Krautscheißer, Mondlöscher, Kotjogln. Weinviertler Orts-Spitznamen, M – Z

Mistelbach……………………….Mistelbacher (Polizist)

In den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, wurde unweit des heutigen Spitals in Mistelbach eine Siedlung für Südtiroler Flüchtlinge gebaut.

Als die Zeit für ihre Rückkehr gekommen war, hinterließen sie eine große Zahl leerer Wohnungen. Da den Stadtvätern bewusst war, dass leer stehende Häuser mit der Zeit nicht besser werden, trachteten sie danach, Bewohner dafür zu finden.

Wie der Zufall so spielte, wollte die Wiener Polizei ihre Ordnungshüter auf Erholungsurlaub schicken. So kam es, dass sich eine große Zahl Wiener Polizisten nach Mistelbach begab und dort einige Wochen blieb. Bald entstanden Kontakte zu den Einheimischen, die an den durchaus sympathischen Gästen Gefallen fanden. Und so kam es, dass sich in darauf folgenden Jahren viele junge Mistelbacher Männer entschlossen, Polizist zu werden.

Neusiedl/Zaya………………..Bohsudler (Bachsudler), Bohbrunzer (Bachbrunzer)

trifft (wie Krautscheißer) auf mehrere Orte zu.

Olgersdorf……………………….Linsenwascher

Paasdorf………………………….Hirnpecka

Poysdorf………………………….Bohschwanzler (Bachschwanzler)

Pyhra, Klement und Au……„haben miteinander kan Hund, ka Katz und ka Sau“

oder auch
„Klement, Pyhra und Au haben zusammen a Sau“.

Reintal…………………………….Guckamauntza

Aufgrund ihres angeblich eigenartigem G’schaus (es gab seinerzeit noch keine Anti- Diskriminierungsbehörde…)

Ruppersthal……………………Lohhagler (Locheinhaker)

Spannberg……………………….Krautscheißer

Die Bezeichnung „Krautscheißer“ trifft gleich auf mehrere Orte zu (Drasenhofen. Kleinhadersdorf,…). Der Legende nach besaß ein geiziger Pfarrer umfangreiche Krautäcker, gab aber von seiner Ernte nichts ab. Die armen Dorfbewohner haben daraufhin die Krauthappeln ausgerissen und an Ort und Stelle in den verblieben Krautplätschen ihre Notdurft verrichtet. Als der Ortspfarrer den Diebstahl bemerkte, verkündete er zum Ende des Gottesdienstes mit erhobener Hand, in welcher er ein Krauthappel hielt: „Krautscheißer, Amen“. Worauf in den vorderen Reihen einer zu seinem Bank Nachbar sagte: „Duck di Michl, der schiasst wiakli!“

Straudorf………………………..Strudelwascher, Quentler

Eine Straudorfer Bäuerin machte den Strudel für ihr Gesinde so trocken, dass einmal ein Knecht beinahe daran erstickt wäre. Als aber einmal die Bäuerin den Knechten und Mägden einen Strudel aufs Feld bringen wollte, fiel dieser ihr zu Boden und wurde voll Staub und Dreck. Um ihn nicht wegwerfen zu müssen, wusch sie ihn einfach mit Wasser und brachte ihn den Feldarbeitern. Diese fürchteten schon die trockene Mahlzeit und waren so überrascht von dem saftigen Strudel, dass sie ihn als den „den Besten, den sie je gegessen hatten“, lobten.

Unter-Tannowitz (Dolní Dunajovice)….Krotenschnitzer

Dieser Ausdruck dürfte aufgrund der vielen Kröten im Sumpfgebiet, dem Retzbach und den fünf Teichen im Ortsgebiet entstanden sein.

Walterskirchen………………Brennnesselpelzer

Wetzelsdorf…………………….Schwammerldürrer

Wilfersdorf……………………..Saumaler, Schweinfärber

Die Wilfersdorfer Burschen stahlen einmal eine Sau. Und damit man diese nicht wieder erkennt, wurde sie schwarzfleckig angemalt.

Wultendorf……………………..Wildsaufänger

Die Aufzählung ist natürlich äußerst lückenhaft. Weitere Scherznamen für Weinviertler Orte sind jederzeit willkommen. Eine dazu passende Erklärung wäre wünschenswert, ist aber nicht Bedingung. Danke!

 

Quelle: Blaschka, Frodl: Der Kreis Nikolsburg von A bis Z, 2006,  http://friedl.heimat.eu

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