Hagenberger Entdeckungen. Ein Fotoessay von Kris B. Flašar

Schloss Hagenberg, Detail des Innenhofs

Schloss Hagenberg, Innenhof

Schloss Hagenberg, Blick in den Innenhof

In den einstigen Repräsentationsräumen des Südflügels des Schlosses Hagenberg sind noch die meisten der prächtigen Stuckdecken vom Ende des 17. Jahrhunderts und einige offene Kamine erhalten. Besonders wirkungsvoll muss der zweigeschossige vierachsige Festsaal im Südtrakt oberhalb der Sala terrena gewesen sein, doch ist seine schwere Stuckdecke nicht mehr vorhanden. Die illusionistischen Malereien an den Wänden zeigen eine Tempelarchitektur mit Ausblicken in die freie Landschaft. Die beiden einzigen Personen stellen den griechischen Gott Hermes Trismegistos und seine „Seele“, den guten Hirten Poimandres dar. Die Fresken wurden 1938 übertüncht und sind nur zum Teil freigelegt.

Schloss Hagenberg, Fresken in der sala terrena

Schloss Hagenberg, Fresko im 2. Stock

Schloss Hagenberg, Türscharnier

Schloss Hagenberg, Aphrodites Zimmer

Szenen aus dem Schloss Hagenberg

Szenen aus dem Schloss Hagenberg

Szenen aus dem Schloss Hagenberg

An den Schmalseiten des Saales liegen offene Kamine. Das westliche Eckzimmer symbolisiert das Element Wasser. Sein Deckenfresko zeigt Poseidon, Hera Triton und Aphrodite auf einer Muschel sitzend. Als Gegenstück ist der Raum in der Südecke anzusehen, dem das Element Feuer zugeordnet ist. In seinem Deckenfresko erkennt man Herakles als Sklave der neben ihm sitzenden lydischen Königin Omphale. Darüber schwebt ein Amor. Die Putten in den Lunetten sind Allegorien der vier Himmelsrichtungen, der vier Elemente und der vier Eigenschaften der Liebe. In die Stuckleisten sind die vier Herrschaftssymbole des Hauses Sinzendorf eingearbeitet.

Schloss Hagenberg, Fresken in der sala terrena

Die Einmaligkeit des Schlosses Hagenberg liegt in seinem noch vorhandenen Fresken- und Stuckprogramm, das jedoch zum Teil recht schlecht erhalten ist und noch auf eine umfassende Restaurierung wartet. Eine landschaftliche Besonderheit Hagenbergs war der große Teich, der bei festlichen Gelegenheiten mit Gondeln befahren wurde. Er war mit dem Wassergraben durch einen Kanal verbunden, wurde aber schon im frühen 19. Jahrhundert trocken gelegt und in Ackerland umgewandelt. Zwischen 1688 und 1764 wurden von den Sinzendorfern mehrere venezianische Gondolieri beschäftigt.

Hagenberg, Wirtschaftshof, Fenster

Die barocken Stallungen an der südlichen Ortseinfahrt gehörten einst ebenso zur Herrschaft wie die mit Volutengiebeln versehenen Wirtschaftstrakte an der Straße zum Schloss und ein Forsthaus, das in der Barockzeit als herrschaftliche Brauerei erbaut wurde, im Westen.

Hagenberg, Wirtschaftshof

 

Textquellen: Eva Berger, Historische Gärten Österreichs – Garten- und Parkanlagen von der Renaissance bis um 1930, Band 1, Verlag Bohlau; Helmut Nemec, Das Weinviertel, Verlag Kremayer und Scheriau, Wien; Initiative Haggenberg; www.burgen-austria.com

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