Söhne des Weinviertels: Günter „Mo“ Mokesch, Hohenau – Kabarettist, Musiker und „Rosenverkäufer“

Ob er jemals den Stempel loswird, den ihm sein Ohrwurm „Send me roses“ eingebracht hat, der Kabarettist, Sänger, Musical-Darsteller, Komponist, Autor und Musikproduzent „Mo“? Derzeit ist er auf dem besten Weg dazu. Sein neuer Song „Made to last“, also „Für die Dauer gemacht“, hat das Zeug zum Hit. Das haben auch die Manager des koreanischen Autokonzerns Hyundai erkannt und bewarben damit eines ihrer Modelle.

Günter Mokesch, der Mann hinter dem Kürzel „Mo“, wurde 1959 in Hohenau geboren. Das musikalische Multitalent besang bereits 1983 seine erste Single. „Liebe, Brot und tausend Küsse“ hieß der Song, der aber kaum Erfolg hatte. Auch mit „Smile“ gelang 1984 noch kein Durchbruch. Erst 1987 landete „Mo“ mit „Send me roses“ einen echten Hit. Platz 2 bei Ö3 und immerhin der neunte Rang in der offiziellen österreichischen Hitparade, den Verkaufscharts, waren eine gute Visitenkarte für eine Tournee, die auch nach Deutschland führte. Rasch wurde ein Remake von „Smile“ nachgeschoben, das aber auch in diesem zweiten Anlauf nur auf Platz 20 der Charts landete. Bis 1993 folgten mit „Wild Wild Wild“ (Platz 26) und „If you want my love“ (Platz 9) zwei weitere Singles und zwei Alben („Dancing with an Eskimo“, „Confession“), die sich in den Charts platzieren konnten.

An mangelndem Fleiß ist es sicher nicht gelegen, dass „Mo“ sich jahrelang am Pop-Himmel rar gemacht hat. „Mo Mokesch ist zurück“, titelte kürzlich die Tageszeitung „Die Presse“ und beschrieb auch gleich seine Tätigkeit der letzten Jahre: „Seit vielen Jahren kreiert er für den ORF Signations.“ Dazu kamen noch zehn Hauptrollen als Musical- bzw. Musiktheaterdarsteller, elf Filmmusiken, vier Kleinkunstprogramme und eine Vielzahl an weiteren Projekten. So entwickelte er beispielsweise das Soundschema für den ORF.

1999 gewann Günter Mokesch den Preis für die beste Filmmusik für den Johannes Fabrick Film „Beastie Girl“ im Rahmen des Internationalen Filmfestivals Shanghai.

Weniger bekannt ist, dass Günter Mokesch seit über zehn Jahren das Kremser Festival Kabarett & Comedy leitet, zu dem er übrigens seinerzeit völlig überraschend kam. „In den 90ern habe ich mit Markus Linder mehrere Programme gemacht, die man als Musik-Kabarett bezeichnen könnte. Damals haben wir auch für eine Kremser Bank eine Gala gespielt, die ganz gut angekommen ist. Nachher habe ich mit dem Bankdirektor geplaudert – und dabei ist dann das Kremser Kabarett-Festival herausgekommen“, erzählt Mokesch.

Die Rosen wird er nicht mehr los. Der gebürtige Hohenauer Günter „Mo“ Mokesch startet mit seinem neuen Album „Hallelujah“ durch. Es enthält eine ausdrucksstarke Piano-Version seines größten Hits. Bild: Radio Arabella

Zuletzt trat „Mo“ auch wieder als Popmusiker an die Öffentlichkeit. „Hallelujah“ heißt sein neuestes Opus, mit dem er auch gleich eine Kontroverse auslöste. Ausgerechnet die Tageszeitung „Österreich“ fand es „schockierend, dass Mo sich zu Christi Himmelfahrt in Jesus-Pose mit zwölf Mädchen ablichten ließ, der statt Brot eine CD herumreicht… Die Rolle des Andreas wird dabei gar von einer verkleideten Muslima in Burka verkörpert.“ Das Blatt nannte die neue CD einen „Pop-Religions-Schocker, wie ihn Österreich noch nie gesehen hat.“

„Mo“ hat es sicher gefreut, dass seiner CD bereits vor Erscheinen so viel Aufmerksamkeit zuteilwurde.

Trotzdem sah sich der Künstler sogar zu einer offiziellen Stellungnahme über APA-OTS gezwungen, in der er sich selbst als „kritischen Katholiken“ bezeichnete, dem es darum ginge, „inspiriert vom Titel der CD Glaube und Musik als zwei sowohl völker- und auch geschlechterverbindende Themen darzustellen.“ Er vertraue jedenfalls auf Toleranz und Geschmack der Öffentlichkeit.

Und wovon lebt einer wie Mokesch, der in den späten 1980ern in den Charts rauf und runter gespielt wurde, mittlerweile aber trotz neuer CD-Produktion nicht mehr so stark im Licht der Öffentlichkeit steht wie andere ehemalige Vertreter des Austropop? „Naja“, sagt er grinsend, „die Leute hören heute noch immer irrsinnig viel Musik von mir – nur wissen sie es nicht.“ Mokesch macht nämlich bereits seit 1986 Film- und TV-Musik, 1999 kamen Werbeaufträge dazu, und heute besitzt er mit Partnern insgesamt drei Musikstudios. Es ist sozusagen die Mühe der Ebene, in der er sich bewegt.

„Nur CDs alleine spielt es nicht. Eine Plattenfirma nimmt dich nur, wenn du ein ganzes Paket anbieten kannst, mit Tournee und TV-Auftritten“, sagt Mokesch, der auch Kritik an den Radiosendern übt. „Der Anteil der inländischen Musik, die sie spielen, ist massiv geschrumpft. Und ohne Radio kannst du als Musiker nicht leben.“

Es ist also ein Teufelskreis, in dem er die nächste Musikergeneration sieht. Dazu kommen illegale Downloads. „Es wird immer mehr Musik gestohlen, aber es ist auch eine eigene Mentalität“, meint Mokesch. Seiner eigenen Tochter hat er Geld gegeben, „damit sie ihre Musik legal runterlädt“.

 

Quellen: Die Presse vom 8. 10. 2010; Österreich vom 15. 5. 2010; Wiener Zeitung vom 28. 5. 2012; Wikipedia; http://www.mo-music.com/

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