Söhne des Weinviertels: Gottfried Preyer, Hausbrunn – kunstsinniger Wohltäter

Vor allem in Wien kennt man wahrscheinlich den Namen Gottfried Preyer noch am ehesten. Die Wenigsten werden aber wissen, dass der „Vater“ des Preyer’schen Kinderspitals ein waschechter Weinviertler ist.

Gottfried Preyer – vom Weinviertler Lehrerssohn zum Stifter eines Wiener Kinderspitals. Bild: Lithographie August Prinzhofer, aus der Sammlung Manskopf

Gottfried Preyers Vater Johann M. P. Preyer (1773−1850), war Schullehrer und Chorleiter (Regenschori) in Hausbrunn. Gottried selbst, geboren am 15. März 18507, erlernte schon im Kindesalter Klavier, Orgel und Violine und bekam eine Gesangsausbildung. Später kam noch das Studium von Blasinstrumenten dazu. Er absolvierte eine Lehrerausbildung in Korneuburg und studierte 1828 bis 1834 Musiktheorie am Konservatorium der Wiener Gesellschaft der Musikfreunde .

Gottfried Preyer wurde selbst Professor für Komposition und Harmonielehre, Konservatoriumsdirektor, Vizekapellmeister der Wiener Hofkapelle, später Hoforganist und danach Domkapellmeister von St. Stephan. Im Laufe seines Lebens verfasste Preyer über 600, nur vereinzelt gedruckte Kompositionen von geistlichen und weltlichen Musikstücken – Requien, Messen, Hymnen, Orgelwerke, Symphonien, Streichquartette und Lieder. Als Anerkennung für sein musikalisches Wirken wurde er 1894 vom Kaiser in den Adelsstand erhoben.

Preyer machte sich auch als Sammler von Bildern vorwiegend zeitgenössischer französischer Künstler einen Namen, besaß aber auch Werke bedeutender Maler wie Holbein, Rembrandt, Rubens und van Dyck.

Eine Überlieferung charakterisiert Preyers Einstellung und weist auch auf sein soziales Engagement hin: Auf dem damals noch unverbauten Busch- und Wiesenland des Laaer Berges im 10. Wiener Bezirk sei er in einer kalten Nacht einer verzweifelten Frau mit ihrem sterbenden Kind in den Armen begegnet. Dieses Erlebnis habe ihn bewogen in seinem Testament die Errichtung eines Kinderspitals aus den Mitteln seiner Hinterlassenschaft zu verfügen.

Obwohl Preyer aus relativ einfachen Verhältnissen stammte, hinterließ er nach seinem Tod 1901 ein beachtliches Vermögen von zwei Millionen Goldkronen – eine damals enorme Summe, die er der Stiftung des Preyer’schen Kinderspitals in Wien vermachte.

Nach dem Hausbrunner Lehrersohn wurde nicht nur das bekannte Wiener Kinderspital benannt. Auch eine Gasse in Wien Hietzing trägt seinen Namen, ebenso wie die Hauptschule in Hausbrunn. Im Gottfried von Preyer-Chor Hausbrunn lebt sein musikalisches Andenken auch in seiner Heimatgemeinde weiter.

Gottfried Preyer wurde in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 32A, Nummer 8) beigesetzt.

 

 

Quellen: Wikipedia, Wiener Krankenanstaltenverbund, Lexikon des Nö. Landesmuseums

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